כ"ג כסלו ה' אלפים תשע"ח
23. Kislev 5778
11. Dezember 2017

Synagoge Hüttenweg bis 1999

Historisches vom Hüttenweg – von 1945 bis zum Neuanfang 

(Überarbeitetes Vorwort des Gebetbuches für den Kabbalat-Schabbat am Hüttenweg von 2002)

Als am 4. Juli 1945 die US-Streitkräfte nach Berlin kamen, begann eine bis zum Abzug der Amerikaner aus Berlin 1994 währende besondere Beziehung zwischen den jüdischen Militärchaplains und den Juden in Berlin. Zunächst halfen die Militärrabbiner den Holocaustsurvivern mit dem Nötigsten, schon bald bildeten sie eine der wichtigsten Verbindungen zwischen den Juden in den USA und in Berlin.

Seitdem Rabbiner Nathan Peter Levinson 1953 Berlin verließ, lag die Verantwortung der Gottesdienste im Chaplain Center bei Louis Fischer. Bis zu seinem viel zu frühen plötzlichen Tod kurz nach seiner Pensionierung 1992 betreute er neben seinen Positionen bei der US Armee die Synagoge Hüttenweg im Chaplain Center als Rabbiner.

Seit Ende der 40er Jahre war es Estrongo Nachama, der nach seinen Gottesdiensten in der Synagoge Pestalozzistraße allwöchentlich in den Hüttenweg kam, um mit Louis Fischer für die amerikanischen Soldaten , Mitglieder der US-Behörden, in Berlin lebenden Amerikanern und eine Zahl von Berliner Juden einen Kabbalat-Schabbat-Gottesdienst und anschließendem Kiddusch zu gestalten. Pessachseder im Harnack House, Chanukka- und Purimfeiern bildeten die Höhepunkte eines durch familiären Charakter geprägten Gottesdienstjahres.

Als im Juni 1994 der letzte Gottesdienst im Chaplain Center stattfand, erwarb Prof. Dr. Andreas Nachama, der von 1973 an als „Chaplain Assistant“ die Kinder unterrichtet und Vakanzen gefüllt hatte, Toraschrank, Pulte und Menora. 

Sie überdauerten auf diese Weise im Centrum Judaicum bis im Herbst 1999 das Mitglied der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Rechtsanwalt und Notar Albert Meyer, die Initiative ergriff, um in den zwischenzeitlich als interreligiöses Zentrum wiedereröffneten Räumlichkeiten einen Kabbalat-Schabbat-Gottesdienst einzurichten. Er gewann dafür Oberkantor Estrongo Nachama, der es trotz seines hohen Alters übernahm, zusammen mit seinem zu dieser Zeit als Gemeindevorsitzender fungierenden Sohn als Rabbiner und seinem damals 16-jährigen Enkel Alexander die Gottesdienste, die zunächst 14täglich stattfanden, zu leiten.

Es war Rabbiner Nathan Peter Levinson, der am Schabbat Schuwa 5760 in seiner Predigt beim Eröffnungsgottesdienst darauf hinwies, dass das Zusammenwirken von 3 Generationen Nachama, wie auch die Anwesenheit von in Berlin heimisch gewordenen ehemaligen Mitarbeitern der US-Institutionen ein besonderes Zeichen sei. Solange es ihm gesundheitlich möglich war, versäumte er es nie, während seiner Berlinaufenthalte in der Synagoge Hüttenweg zu predigen.

Seit Anfang 2001 fanden dann allwöchentlich Kabbalat-Schabbat-Gottesdienste gestaltet von Alexander Nachama und Avitall Gerstetter als Kantoren und Andreas Nachama als Rabbiner gestalteten, statt.

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