כ"ט תמוז ה' אלפים תשע"ז
29. Tammuz 5777
22. Juli 2017

Leitartikel

Hatte Haman dreieckige Ohren?

Ein Bericht über unsere Purimfeier am 23. März 2016. Von Liam Rickertsen

Egal ob nun Ohren (Osnej Haman oder Hamantaschen), die waren jedenfalls die süße Belohnung für die Kinder, die am 23.03.2016 in Begleitung von Eltern, Onkeln, Tanten, Omas, Opas recht zahlreich in der Synagoge Sukkat Schalom zur Purim-Party für die Jüngeren erschienen waren.

Vorgetragen wurde die Erzählung des Buches Esther von unserer Kantorin Esther Hirsch und ihrer Tochter Ava.

Schon im Vorfeld hatte man sich überlegt, dass nicht nur dem Haman Aufmerksamkeit durch lautes Rasseln bei seiner Namensnennung zukommen sollte, nein, auch die übrigen drei Hauptpersonen Esther, Mordechai und Ahaschverosch sollten die Aufmerksamkeit der Kleinen fesseln. Deshalb erhielten die Kinder Schilder mit den gemalten Köpfen der drei Hauptakteure, die sie bei deren Namensnennung hochhalten sollten. Der launige Vortrag von Esther und Ava wurde illustriert durch die äußerst gelungenen szenischen Darstellungen der Geschichte, die unsere Barbara Schneidewind – wie übrigens auch die Pappschilder mit den Porträts – in nahezu künstlerischer Vollendung gemalt hatte.

Immer wieder wurden die Kinder durch Zwischenfragen in die Erzählung einbezogen. Ich hatte den Eindruck, dass es ihnen viel Spaß bereitet hat, der Erzählung zu lauschen. Natürlich haben die Kleinen auch ihre eigenen Kostümierungen sehr genau betrachtet. Da gab es eine Prinzessin, einen Filmstar (lt. Nachfrage), einen Hulk, einen Ritter, Bat-Man und viele andere. Die Kinder staunten nicht schlecht, dass auch einige der Erwachsenen sich kostümiert hatten. Am Ende der Erzählung waren alle glücklich darüber, dass dieses zunächst einmal für uns Juden so düster anmutende Kapitel ein gutes Ende gefunden hat. Die süße Belohnung für alle erfolgte nun durch den Verzehr der Haman-Taschen (oder Ohren?), die äußerst schmackhaft und gut geraten wiederum von Barbara stammten.

Bei dem sich anschließenden Abendgottesdienst, der übrigens außerordentlich gut besucht war, erfolgte die Lesung der Megillat-Esther durch unseren Rabbiner Dr. Andreas Nachama und unsere Kantorin Esther Hirsch. Es wurde die vollständige Megilla gelesen, jedoch im Wechsel der Sprachen; das erste Kapitel in Deutsch, das zweite in Hebräisch usw. Jede Namensnennung Hamans verursachte einen außerordentlich starken Lärm durch die Rasseln und Ratschen. Im Anschluss an den Gottesdienst wurden vom Chor Kol Simcha noch eine Reihe von Purimliedern vorgetragen. Dann war es auch für die Erwachsenen an der Zeit, Hamantaschen (oder doch Ohren?) zu verzehren. Diese stammten aus der privaten Backstube unserer Gabbait Heidi Griesert und natürlich auch aus der Privatbäckerei unserer multitalentierten Barbara.

Es ist mir völlig unerfindlich, wie ein solch fieser Typ wie Haman derart wohlschmeckende Ohren haben kann. Sie waren einfach köstlich und ich kann keine Bewertung abgeben, ob etwa die eine oder andere Bäckerin besser war – für mich waren beide „joze min haklal“. Als ich nach fast fünf Stunden die Synagoge verließ, hatte ich wieder dieses Gefühl, Teil einer starken Gemeinde und Gemeinschaft zu sein, die bestimmt wird von einem regen Gemeindeleben und gemeinschaftlichen Veranstaltungen – und dafür danke ich.

Text: Liam Rickertsen

Gut ins Bild gesetzt von: Margrit Schmidt

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